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Hinweise

Unser Buch zur Holzbauterminologie befindet sich z.Zt. (Herbst 2013) in Bearbeitung fĂĽr eine Neuauflage, die erste Auflage ist vergriffen.

Vorindustrieller Holzbau in SĂĽdwestdeutschland und der deutschsprachigen Schweiz, Terminologie und Systematik

Sobald die neue Auflage verfügbar ist, werden wir informieren.    

An der Jahresversammlung in Zurzach ( 9. März 13 ) wurde der Vorstand um eine Person ergänzt, eine angeregte Diskussion geführt, ob die Bauforschung in der Schweiz im Moment eher auf- oder abwärts geht. An der ausserordentlichen GV vom 25. Mai wurde beschlossen, die vorgesehene Erneuerung der Homepage durchzuführen. Auch dazu erhalten Sie baldmöglichst weitere Informationen.   

Bitte auch Seite Aktuell beachten!

 

 

 
Die VEBA kurz vorgestellt

 

Der Zweck unseres Vereins besteht darin, Ideen­bör­se und Schaltstelle für Fragen und Probleme im Bereich der Bau­forschung zu sein. Die Mitglieder können mit Kontakt-Adressen oder eigenem Know-How weiterhelfen. Unter den Mitgliedern sind BauforscherInnen und LehrerInnen, Zimmer­leute und ArchäologInnen, GrabungstechnikerInnen und Studierende, Den­drochronologen und ArchitektInnen, Kunsthistoriker und FotografInnen. Neben den Profis sind aber auch Laien herzlich willkommen. Sie tragen wesentlich zum Erfolg der Arbeit bei.

 

Die Vereinigung fĂĽr Bauforschung (VEBA)

Die Vereinigung fĂĽr Bauforschung wurde 1989 in Winterthur gegrĂĽndet.

Einige AuszĂĽge aus den Statuten:

  • Der Verein fördert die Bauforschung und mehrt die Kenntnis historischer Architektur in der Schweiz. Er macht die gewonnenen Erkenntnisse einer breiteren Ă–ffentlichkeit zugänglich.

  • Die VEBA organisiert Vorträge und FĂĽhrungen fĂĽr Fachleute und interessierte Laien, wie Architekten, HauseigentĂĽmer und Behördenvertreter.

  • Die VEBA setzt sich fĂĽr eine Vereinheitlichung der Baudokumentation und deren Nachvollziehbarkeit ein.

In diesen Bemühungen versucht die VEBA mit Vereinigungen, Institutionen und Firmen ähnlicher Zielsetzung zusammenzuarbeiten. Mit ihrer Arbeit will die VEBA insbesondere die Brücken zwischen Fachleuten und Laien im Bereich der Baugeschichte und Bauforschung ausbauen.

 

 

 

 

Daniel Reicke: Der Bau als Urkunde und Dokument

Was BauforscherInnen ĂĽber ihre Aufgaben denken

Die Kenntnisse über die bauliche Entwicklung der Schweizer Städte und Orte sind in den letzten Jahrzehnten grundlegend erweitert worden. Die Entwicklung unserer Siedlungen im Mittelalter wird nicht mehr nur von spärlichen Schriftquellen beleuchtet, sondern zunehmend auch durch Bodenfunde, welche die Archäologie zutage fördert, sowie durch bauliche Aufschlüsse, die bei Bauuntersuchungen zusammengetragen werden.

 

In der Mittelalterforschung ist inzwischen allgemein anerkannt, dass die Schrift-, Bild- und Sachquellen mit derselben Aufmerksamkeit erforscht und als Arbeitsgrundlagen der Interpretation dienen müssen. Zu den „Sachquellen“ sind hier die Gebäude selbst zu zählen.

Es kann trotz zunehmender Menge von Aufschlüssen noch keine Rede davon sein, dass die Erforschung der Bauten und Siedlungen am Ende sei. Es gibt noch viel zu tun. Oft erlaubt der angetroffene, fragmentarische Zustand der Befunde nicht die wünschbare Schärfe der Aussage. In manchen Schweizer Kantonen stehen zuwenig Mittel bereit, um Untersuchungen durchzuführen und die bei Baumassnahmen anfallenden Befunde aufzunehmen.

Ob die Schweiz mit ihrer kleinteiligen politischen Struktur ideale Voraussetzungen für die Arbeit von Bauforschern und Archäologen bietet, bleibe vorerst dahingestellt. Angesichts der Vielfältigkeit der Schweiz haben Verbände wie die SAM (Schweizer Arbeitsgemeinschaft für Archäologie des Mittelalters und der Neuzeit) eine wichtige Funktion als Plattform für den Austausch. Die VEBA möchte diese Arbeit unterstützen und insbesondere die Arbeit der BauforscherInnen als wesentlichen Bestandteil der Erhaltungsbemühungen durch Führungen und Informationen immer wieder publik machen.

 

Zu den Anforderungen

Die Untersuchung von Altbauten verlangt einiges an spezifischen Fachkenntnissen. Dass Untersuchungen nur dann gelingen, wenn die Fragestellungen dem/der Untersuchenden klar sind, braucht nicht wiederholt zu werden. Die Arbeitsmethoden für baugeschichtlichen Untersuchungen werden weitgehend aus der Mittelalterarchäologie übernommen. Das Spezielle ergibt sich daraus, dass der Gegenstand der Erforschung Bauten sind, die bis in jüngste Zeit verändert wurden. Deshalb sind z.T. auch die Zustände des 18. und 19. Jahrhunderts zu dokumentieren. Dem Forscherdrang steht zudem der Wunsch nach möglichst integraler Erhaltung gegenüber; die Zerstörung intakter Wandoberflächen aus Interesse an der Untersuchung ist deshalb möglichst zu unterlassen.

Was die Ausbildung betrifft, so sind BauforscherInnen weitgehend auf das Sammeln von praktischen Erfahrungen angewiesen. An einzelnen Universitäten kann neuerdings Mittelalterarchäologie studiert werden. Dieses Studium sollte in der Regel die Bauforschung umfassen. Die Praktiker können die Grabungstechnikerprüfung der Vereinigung des Archäologisch-Technischen Grabungspersonals absolvieren.

 

Basel vom MĂĽnster aus 2004

Die generellen Fragestellungen und Ziele der Bauforschung

Die zu untersuchenden Bereiche decken sich weitgehend mit jenen der Stadt-, bzw. Orts- und Architekturgeschichte. BauforscherInnen bemĂĽhen sich im Rahmen ihrer Arbeit um die technischen und handwerksgeschichtlichen Belange. Aus der Erforschung der Bauwerke ergeben sich zum Teil spezifische AufschlĂĽsse zur Sozialgeschichte. Was hier dargestellt wird, wird auch als Hausforschung bezeichnet, wobei die Hausforschung meist die eingriffsfreie Dokumentation eines Bestands meint.

Es wird also jeweils nach der Entstehung eines Bauwerks und seiner Entwicklung durch die Jahrhunderte gefragt. Aus vielen Einzelaufschlüssen soll ein Bild von der Entfaltung der gebauten Umwelt entstehen, mit den sakralen und profanen Bauten sowie den Befestigungen, mit Bauten aus Holz und Stein. Es ist in der Regel auch typologisch vorzugehen, um die Entwicklung der Wohn-, Gewerbe- und öffentlichen Bauten zu verstehen. Jeder Typ enthält andere Spuren der Ausstattung und künstlerischen Dekoration. Für die Erarbeitung von Befunden an gemalten Dekorationen und Farbfassungen sind RestauratorInnen zuständig; bei ihnen muss der/die BauforscherIn die wichtigen Aufschlüsse abholen. Eine äusserst wichtige Stütze der einzelnen Untersuchungen ist die dendrochronologische Datierung. Diese Befunde und Beobachtungen gilt es zusammenzufassen.

Aus den Beobachtungen zur Entstehungsgeschichte ergeben sich oft auch Aufschlüsse zum aktuellen Schadensbild oder Zustand eines Bauwerks. Diese Aussagen gehören nicht zum „Kernauftrag“ der Bauforschung, sind aber als Hilfe für die Denkmalpfleger und Bauherren nicht zu vernachlässigen.

Zusammenfassend kann gesagt werden, dass die Bauforschung neue Erkenntnisse beisteuert fĂĽr die lokale und regionale Geschichte, fĂĽr die Geschichte der Technik, fĂĽr die Hausforschung, allenfalls auch die Volkskunde und die Kunstwissenschaft. Die Informationen des einzelnen Objekts mĂĽssen im Umbau- oder Renovationsprojekt einfliessen. Durch BauforscherInnen wird zu grossen Teilen der Dokumentationsauftrag erfĂĽllt, der in der Internationalen Charta von Venedig 1964 fĂĽr die Denkmalpflege formuliert wurde.

Bauforschung ist also ein Arbeitsbereich mit vielen Querbezügen zu verschiedenen Disziplinen. Das vornehmste Ziel ist allerdings die Einbindung in die Bestrebungen zur Erhaltung. Nur wenn Bauforschung nicht zum Selbstzweck verfolgt wird, sondern in diesem Rahmen, kann sie zur Vermeidung weiterer Identitätsverluste in unseren Orten und Städten beitragen.

dr, 3.01